EIP-Agri-Projekt 2020-2023

Betriebe

 

 

 

 

 

Unsere Betriebe sind von den jeweiligen Standorteigenschaften geprägt, von den Wettereinflüssen, von unseren Vorfahren, unserer direkten Umwelt und ganz besonders von uns und unserem Verhalten. Letzteres verändern wir nun ganz bewusst und beobachten, wie sich unser Umfeld ebenfalls verändert. Eine kurze Betriebsbeschreibung und Zieldefinition geben Einblick, wofür wir stehen und wohin die Reise gehen soll.

 

Hat man die Wahl, entweder seine Einstellung zu ändern oder zu beweisen, dass es keinen Grund für eine Änderung der eigenen Haltung gibt, ist fast jeder ausschließlich damit beschäftigt, Beweise zu liefern.   J.Galbraith, Ökonom  

 

KugelSüdhangHof

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Betriebsspiegel: Ca. 22,5 ha Grünflächen, davon 4,5 ha Streue (Niedermoor) und ca. 3 ha Wald. Viehbestand: Durchschnittlich 20 GV. Mitglied im Demeter Verband. Zuchtziel: Standortbezogene Zweinutzungsrasse (Südtiroler Grauvieh). Heumilchproduktion (Lieferung an Molkerei) und eigene Fleischdirektvermarktung der kompletten Nachzucht, die nicht zur Zucht verwendet wird. Muttergebundene Kälberaufzucht mit saisonaler Abkalbung.

Frühere Bewirtschaftung: Traditionelle Bewirtschaftung mit Gülle/Festmist. Schnittnutzung mit Herbstweide auf den befahrbaren Mähflächen. Portionsweide oder Standweide auf den schlecht befahrbaren Flächen.

Besonderheit: Standort auf Endmoräne, zwischen 800 m und 900 m üNN, teilweise über 50% Hangneigung. Untergrund: "vielfältig" mit geringer Tragfähigkeit. Keine Gülle oder Festmistausbringung seit 2012. Sporadische Kompostausbringung als "Starterkultur" zur Förderung des Bodenlebens. Beweidung nach Holistic Management Prinzipien seit 2016.

Ziel: Weitere Stabilisierung des Bodens am Hang und Erhöhung der Wasserspeicherkapazität. Aufwertung der Gesamtfläche durch weitere Landschaftselemente und Windschutzhecken. Sukzessive Aufstockung der Herde.

www.kugelsüdhanghof.de

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BIO Hof Heiligensetzer

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Betriebspiegel: Insgesamt werden 55 Hektar bewirtschaftet (4-5 Nutzungen), die meisten Flächen in Hanglage. 50 Kühe (zu 80% der Rasse Braunvieh), 20 Stück Jungvieh, ca. 10 Kälber sowie 2 Ziegen und 2 Pferde beweiden die Flächen. Als Winterfutter steht Silage und Heu zur Verfügung. Reduzierte Kraftfuttergaben (500kg/Kuh/Jahr). Mitglied im Bioland-Verband.

Frühere Bewirtschaftung: Insgesamt eher kraftfutter- und düngeintensiv. Früher wurde ein Weidesystem mit ca. 7 GV/ha Standweide (20-25 Tage) praktiziert. Die letzten 5 Jahre Umstellung auf Umtriebsweide (ca. alle 7 Tage mit höherer Besatzdichte).

Besonderheit: Seit ein paar Jahren wird die Gülle mit Gesteinsmehl und Leonardit vorbehandelt. Der erste Schnitt erfolgt frühestens Ende Mai. Seit letztem Jahr schrittweise Umstellung auf saisonale Abkalbung.

Ziel: Umstellung auf reine Heufütterung im Winter sowie die Zucht einer besser an den Standort angepasste Herde. Durch mehr Effektivität und Effizienz unabhängiger werden von Zukäufen oder energieintensiven Maschineneinsatz, dafür mehr Lebensqualität und Zeit für die Familie.

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Schwärzler-Hof

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Betriebsspiegel: Es wird eine Fläche von 14 Hektar bewirtschaftet, zzgl. zwei Hektar Wald. Alle Flächen werden sowohl beweidet als auch gemäht. 16 Original Schweizer Braunvieh-Kühe, inkl. Nachzucht, Schafe, Hühner, Gänse und Bienen gehören zum Demeter-Heumilchbetrieb (insgesamt 22 GV). Seit einigen Jahren wird die muttergebundene Kälberaufzucht praktiziert.

Frühere Bewirtschaftung: 180 Tage Weidegang. Umtriebsweide (ca. alle drei Wochen mit einem Tierbesatz von 1,4 GV/ha) in Kombination mit Schnittnutzung. Insgesamt 4 Nutzungen.

Besonderheit: Großer Gemüsegarten und Streuobstwiese. Zahlreiche Hecken, natürliche Waldsäume und freistehende Bäume auf der Weide. Es wird darauf geachtet, wenig Energie zu verbrauchen. Pädagogische Arbeit mit Kindern, um den "Nahrungsursprung" erlebbar zu machen.

Ziel: Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Biodiversität, um den hofeigenen Kreislauf zu optimieren. Zukauf von Einstreu soll langfristig nicht mehr notwendig sein.

www.schwaerzler-hof.de

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Dorn-Königl GbR

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Betriebsspiegel: Ausbildungsbetrieb (Bioland) mit 120 Milchkühen der Rasse Braunvieh (55%), Fleckvieh (20%), Schwarzbunte (10%) und Kreuzungen. Gesamtfläche ca. 170 ha, davon 118 ha Dauergrünland. Insgesamt 4 Arbeitskräfte in Vollzeit. Die Milch wird an eine Molkerei geliefert. Hinzu kommt die Vermarktung von Fressern sowie eine Fleischdirektvermarktung. 30 Masthähnchen und 4 Schweine. 60% der Abkalbungen erfolgen im Winter, der Rest zwischen September und Anfang Juni.

Frühere Bewirtschaftung: Hauptsächlich Kurzrasenweide mit 120 Weidetagen pro Jahr, aber auch andere Weidesysteme wurden getestet. 3-5 Schnittnutzungen auf den Mähflächen.

Besonderheit: Mutter-/Ammengebunde Kälberaufzucht (Kalb bleibt zuerst bei der Mutter und kommt später zur Amme). Seit 2020 Umstellung auf Heumilch. Holistic-Planned-Grazing-Weidemanagement seit 2019 mit knapp 170 Weidetagen. Es wird viel Wert auf Artvielfalt gelegt. Maßnahmen dafür erfolgen z. B. durch das Belassen von Randstreifen bis hin zu Pflanzungen von Bäumen und Sträuchern.

Ziel: Konsequenter Humusaufbau durch ganzheitliche Beweidung. Weiterhin Verbesserungen von Betriebskonzept/-abläufen um Arbeitszeit, bzw. -kräfte zu reduzieren.

Instagram > bio_weidehof_koenigl

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Huber GbR

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Betriebsspiegel: Demeter-Heumilchbetrieb mit gemischtem Tierbestand (Kühe, Schafe, Ziegen, Hühner, Gänse). Insgesamt 37 GV davon 22 Kühe (Braunvieh und OBV). Saisonale Abkalbung und muttergebundene Kälberaufzucht. Das Jungvieh ist den Sommer über auf einer Alpe. Fleischdirektvermarktung. Insgesamt 30 Hektar Land mit arrondierten Weideflächen. Davon sind 3,5 ha Streuewiesen.

Frühere Bewirtschaftung: Mischung aus Portionsweide und Kurzrasenweide. 4 Schnitte, Gülle- und Festmistdüngung.

Besonderheit: Hohe Flächendiversität (trockene Hänge, feuchte Senken, Gehölze). Es wird weniger gedüngt und gemäht als früher und der Ertrag reicht trotzdem aus. Es gibt einen alten kleinen Traktor, mit dem fast alles erledigt wird. Möglichst keine Investitionen in Neuanschaffungen/ Neubauten, dafür Verbesserung der Wertschöpfungskette.

Ziel: Eine ganzheitliche, auf den Standort angepasste Bewirtschaftung. Es soll viel Leben auf dem Hof entstehen. Dieser soll sich aus den eigenen natürlichen Prozessen gesund entwickeln. Von der Gülledüngung wegkommen.

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Demeter Hof Regis

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Betriebsspiegel: Demeter- und Heumilch-Betrieb. Es wird eine Gesamtfläche von 19,5 Hektar mit insgesamt 30 Großvieheinheiten und ca. 60 Legehennen bewirtschaftet. Die Milch wird über eine Direktvermarktungs-Kooperation verkauft. Sämtliche Tiere, die sich nicht zur Zucht eignen, werden an Betriebe aus der Region verkauft oder in Form von Fleischpaketen direktvermarktet. Direktvermarktung von Bio-Eiern. Es wird kein Kraftfutter verfüttert. Muttergebundene Kälberaufzucht.

Frühere Bewirtschaftung: Portionsweide, bzw. Mähweide (1,65 GV/ha) mit insgesamt 5-maliger Nutzung. Die Herde verblieb durchschnittlich eine Woche lang auf einer Fläche.

Besonderheit: Konsequente Ausrichtung auf Zweinutzungsrassen, wie Fleckvieh, OBV und Pinzgauer. Fokus auf Gesundheit und Qualität anstatt auf Masse. Streuobstwiese mit freilaufenden Hühnern (ebenfalls Zweinutzungsrassen). Bau eines neuen Laufstalls.

Ziele: Weitere Kooperationen mit anderen Betrieben, anstatt Betriebsvergrößerungen (Fläche). Das Land verbessern und so weitergeben, dass der Betrieb fortgeführt werden kann. Dazu gehört auch der Erhalt der Pflanzenarten, Kühe, aber auch wildlebender Tiere wie Insekten.

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Biohof Ruppaner

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Betriebsspiegel: Der Ausbildungsbetrieb seit 2008 Mitglied bei Bioland. Es werden derzeit 88 Hektar bei insgesamt 90 GV bewirtschaftet. Davon sind 13 ha VNP-Streueflächen (Niedermoor) und weitere 6 ha VNP-Fläche mit spätem Schnittzeitpunkt. Ca. 0,5 ha werden für Gemüseanbau genutzt. 55 Kühe der Rasse Braunvieh und Fleckvieh liefern Heumilch an eine Molkerei. Ein Teil davon wird zusammen mit Gemüse, Fleisch, Eiern und weiteren Produkten ab Hof direktvermarktet (Ruppaners Milchhäusle). Ganzjährige Abkalbung, v. a. jedoch im Frühjahr und Herbst.

Frühere Bewirtschaftung: Umtriebsweide im Wechsel mit Schnittnutzung. Die Herde kam auf eine Fläche von bis zu 8 Hektar und blieb solange, bis alles abgeweidet war.

Besonderheit:  Die Gülle wird vorbehandelt (Biolit, Leonardit und EM). Seit der Umstellung auf Bio wird konsequent angestrebt, die Artenvielfalt in der Fläche zu erhöhen. Z.B. Durch Abwechslung von Beweidung und Schnitt und Reduzierung der Nutzungen auf 3-4. Mit der Holistic-Planned-Grazing-Beweidung wurde 2019 begonnen.

Ziel: Den kompletten Niederschlag durch Humusaufbau auf den Flächen speichern.

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Archehof Birk

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Betriebsspiegel: Insgesamt werden auf 72 Hektar Betriebsfläche 77 GV gehalten. Davon 54 Kühe der Rasse "Original Braunvieh alter Zuchtrichtung", ca. 40 Stück Jungvieh, 20 Schafe, Hühner, Bienen, eine Ziege und ein Muli ergänzen den Bestand. Im Winter wird Heu und Gärheu gefüttert. Ein Teil der Milch wird auf dem Hof zu Käse verarbeitet und zusammen mit Fleisch und weiteren eigenen Produkten direktvermarktet. Der Archehof Birk ist Ausbildungsbetrieb und Mitglied im Bioland-Verband.

Frühere Bewirtschaftung: Weide wurde in vier Flächen aufgeteilt und verblieb dort ca. 14 Tage. Innerhalb jeder Fläche wurden täglich neue Portionen zugeteilt (Portionsweide). Durchschnittlich vier Nutzungen auf allen Flächen.

Besonderheit: Archehof mit Haltung alter Nutztierrassen (OBV, Braunes Bergschaf, Augsburger Huhn). 20 Hektar der Flächen sind im VNP (Vertragsnaturschutzprogramm) Es gibt einen Hofladen, ein Hofcafé, einen Seminarraum sowie Angebote für Landerlebnisreisen und Hof-Führungen für Kinder und Erwachsene.

Ziel: Die Weideflächen durch anderes Management und Komposteinsatz resilienter machen, damit sie im Hinblick der zu erwartenden Klimaprognosen erhalten bleiben.

www.bio-birk.de

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