EIP-Agri-Projekt 2020-2023

Projekt

Kurzbeschreibung des Vorhabens

Ziel dieses Projektes ist, verschiedene Herangehensweisen hin zu einer standortgerechten, klimafreundlichen, resilienten Grünlandbewirtschaftung zu erproben. Als gemeinsamer Nenner wird hier das „Holistic Planned Grazing“- Weidemanagement (nach A. Savory) eingesetzt. Zudem sollen durch die Nutzung natürlicher Ökosystemprozesse sowohl Arbeitsvolumen als auch Emissionen reduziert und Betriebskosten gesenkt werden. Wie auch in der Natur kann es weder standardisierte Methoden noch Vorschriften geben. Nur eine ganzheitliche Herangehensweise gewährleistet eine hohe Anpassungsfähigkeit bei gleichzeitiger Emissionsreduzierung. Durch die Integration unterschiedlich wirtschaftender Betriebe werden bei KUHproKLIMA diverse Ausgangsbedingungen ermittelt sowie Bedürfnisse und persönliche Betriebsziele kontextbezogen definiert. Spezifische Ausgangsanalysen sorgen für individuell zugeschnittene Maßnahmenpläne und -vorschläge. Über ein enges Monitoring werden Veränderungen und Fortschritte hinsichtlich der Ökosystemleistungen über die gesamte Projektlaufzeit hinweg kontrolliert.

Aus der individuellen Umsetzung der Maßnahmen, der vielfältigen Erfahrungen und der Auswertung verschiedener Untersuchungsparameter und Analysen sollen Empfehlungen für die Praxis abgeleitet werden. Es wird ein anschaulicher Best-Practice-Leitfaden erstellt. Dieser soll neben einer umfangreichen Wissensvermittlung zum Thema „Ökosystemleistung“ unterschiedliche Lösungsvorschläge anbieten, inklusive praktischer Tipps und Tricks aus dem Betriebsalltag. Ferner dient der Leitfaden als Entscheidungshilfe, sich auf eine klimafreundlichere, existenzsichernde Grünlandbewirtschaftung einzulassen.

Lassen wir zu, dass die Natur ihren Weg wählt. Sie versteht ihr Geschäft besser als wir.

Michèl de Montagne, Humanist und Philosoph 1533-1592

Konzept

Das Konzept und Studiendesign wurde von Christine Bajohr (KugelSüdhangHof) und Franziska Hanko M. Sc. (Umweltplanung & Ingenieurökologie) erstellt, unter Mitwirkung der ANL (Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege, Dr. Bettina Burkart-Aicher) und der TUM (Dr. Martin Wiesmeier)

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Die Idee zu diesem Vorhaben wurde durch Christine Bajohr und Martin Wiedemann-Bajohr (KugelSüdhangHof) initiiert. Die Betriebsleiter haben den Oberallgäuer Bergbauernbetrieb Ende 2003 offiziell übernommen. Mit Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung wurde erfolgreich ein neues Betriebskonzept entwickelt (Bio-Heumilch, Direktvermarktung, Zucht von Zweinutzungsrassen). Einzig die Boden- und Pflanzenentwicklung war mit den herkömmlichen Bewirtschaftungsmethoden und nach Anwendung verschiedener Weidesystemen weiterhin unbefriedigend. Weder die Umstellung auf eine ökologische Wirtschaftsweise noch die Extensivierung von Weideflächen waren zielführend. Aufgrund der ungünstigen Lage des Betriebsstandorts (unzugänglicher Steilhang, Endmoräne), der zunehmenden Wetterextreme, bzw. deren negative Auswirkungen (Erosion, Pflanzenbestand, Ertrag) sowie der zu Beginn fehlenden Flächen und Ressourcen, wurden nach neuen Lösungsmöglichkeiten gesucht. Erst die Beschäftigung mit dem Weidemanagement von Allan Savory (Holistic Planned Grazing) und der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema „Bodenleben“ und „Ökosysteme“, haben schnell zu sichtbaren Erfolgen geführt. Als Gewinner des „Bayerischen Klimapreis 2018 - Kategorie Landwirtschaft“ ist das Konzept des KugelSüdhangHofs näher ins Rampenlicht gerückt. Die zahlreichen Anfragen durch interessierte Betriebe an regenerativen Konzepten zeigen, dass Bedarf an anderen Herangehensweisen besteht.

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