• Die Kuhzunft hat Zukunft

Warum dieses Projekt?

Wir sind zutiefst überzeugt, dass die Aufgabe der Landwirtschaft in naher Zukunft nicht mehr nur in der Produktion von Lebensmitteln liegen wird, sondern vielmehr im Humusaufbau, insbesondere der Speicherung von Kohlenstoff sowie im Schutz und Erhalt von Ökosystemen. Vor allem wir "Grünland-Bauern" können, dank der großartigen Leistung unserer weidenden Kühe, aktiv zu einer dauerhaften Klimaentlastung und zur Erhöhung der Artenvielfalt beitragen. Um diesen Effekt zu erreichen, ist jedoch eine andere Herangehensweise der Flächenbewirtschaftung und des Herden-/ Weidemanagements notwendig.

"Hand in Hand mit der Natur"

Mit unserem KUHproKLIMA-Projekt möchten wir auf unseren betriebseigenen Flächen herausarbeiten, welche Maßnahmen und Konzepte der regenerativen (Grün-)Landbewirtschaftung in unserer Region und bei unseren klimatischen Voraussetzungen am effizientesten und effektivsten sind. Dabei richten wir unseren Fokus auch auf die Integration von Landnutzung und Naturschutz.

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Die "Regenerative Landwirtschaft" ist ein Überbegriff für eine Sammlung verschiedener Praktiken aus allen Bereichen der Landwirtschaft, die sich "die Natur" als Vorbild nehmen und sich größtenteils gegenseitig ergänzen. Unter anderem werden dabei individuelle, standortbezogene Bewirtschaftungsmethoden angewendet und natürliche Ressourcen genutzt. Ziel dabei ist, die Biodiversität zu fördern, Böden mit Kohlenstoff anzureichern, um Wasserkreisläufe zu verbessern und die Leistung von Ökosystemen zu erhöhen.

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Über uns

Wir bewirtschaften einen kleinen, vielseitigen Biobetrieb im Oberallgäu. Wir sind die vierte Generation auf dieser Hofstelle namens "KugelSüdhangHof". Wie der Name schon vermuten läßt, liegt der Hof am Südhang der "Kugel" (ein teilweise sehr steiler Endmoränen-Ausläufer). In Verbindung mit den weiter zunehmenden Extremwetterlagen, ist dieser ersosionsgefährdete Berg in punkto Bewirtschaftung eine wahre Herausforderung. Wir haben uns dieser Herausforderung gestellt und verfoglen seitdem neue Ansätze in der Bewirtschaftung.

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Unsere derzeitigen Standbeine sind Bio-Heumich, Fleisch-Direktvermarktung und die Herstellung und Vermarktung von Nährhumus. Weitere Informationen über uns und unsere außergewöhnliches Betriebskonzept, finden Sie unter www.kugelsüdhanghof.de

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Boden

Es geht auch ohne Gülle! Ein aktives, aerobes Bodenleben bildet eine gute Bodenstruktur und versorgt Pflanzen mit allen notwendigen Nährstoffen.

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Die Bildung einer guten Krümelstruktur erhöht die Wasserspeicherkapazität um ein Vielfaches. Die individuelle Nährstoffversorgung bietet die idealen Voraussetzungen für ein gesundes, widerstandsfähiges Pflanzenwachstum.  Oberstes Gesetz ist daher alles zu vermeiden, was zur Bodenverdichtung und somit zu anaeroben Zuständen führt. Eine wahre Herausforderung bei unseren schweren lehmig-tonigen Unterböden und den hohen Niederschlagsmengen. Aber auch länger andauernde Dürreperioden zeigen auf, wie gering die Pufferkapazität im Boden und Pflanzenbestand sind.

Im Rahmen dieses Projektes möchten wir nun herausfinden, wie wir mit Hilfe von aktivierten Kompostextrakten in Kombination mit einem angepassten Ernte- und Weidemanagement unseren Böden zu einer besseren Struktur verhelfen und den Pflanzenbestand ohne sonstige Düngemaßnahmen verbessern können. Die Kompostextrakte, bzw. die darin enthaltenen Mikroorganismen, werden dabei auf den Bedarf unserer Flächen abgestimmt. Dazu ist es notwendig, bei der Kompostherstellung die richtige "Rezeptur" zu verwenden und für einen optimalen Kompostierungsverlauf zu sorgen.

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Weide

Wer hätte gedacht, dass eine gut gemanagte, artenreiche Weide nicht nur bestes Kuh-Futter abwirft, sondern viel weitreichendere und äußerst wichtige Funktionen inne hat?

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Gras kann, v.a. wenn es zum richtigen Zeitpunkt und im richtigen Maß abgeweidet wird, über die Fotosynthese enorme Mengen CO2 aus der Atmosphäre nehmen. Bei diesem Prozess wird Kohlenstoff hergestellt und im Boden gespeichert. Unter der Voraussetzung, dass günstige, aerobe Bodenverhältnisse vorherrschen und ein gut funktionierendes Netzwerk an aeroben Mikroorganismen vorhanden ist, führt dies zu einem deutlichen Zuwachs an Biomasse.

Bei KUHproKLIMA geht es nun darum, mit einer auf diese Prozesse abgestimmten Beweidung, den Kohlenstoffkreislauf zu erhalten und das Bodenleben zu versorgen. Abgesehen vom Bedarf der Pflanzen, Insekten/Wildtieren und des Bodenlebens müssen bei der Planung der Weideführung viele Faktoren berücksichtigt werden. Zum Beispiel Jahreszeit, Wetterlage, Besatzdichte, Schnittnutzung, Status der Herde und einiges mehr.

Um gute Strategien entwickeln zu können, möchten wir während der Projektlaufzeit mit Hilfe eines Planungs-Tools (App) viele Daten erfassen und Entwicklungen dokumentieren.

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Herde

Eine Kuhherde hat im "Konzept Natur" andere Funktionen als die, die ihr heutzutage in der Landwirtschaft zugeteilt wird. Wiederkäuer leben in enger Symbiose mit Gräsern (u.a.) und sorgen in erster Linie für fruchtbare Böden.

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Die Zeiten, in denen riesige Wiederkäuer-Herden durchs Land zogen, sind vorbei. Diese Herden haben Landschaften offengehalten, das Wachstum von Gräsern durch kurzzeitigen Verbiss gefördert und durch Ein- und Verarbeitung von organischer Masse fruchtbare Böden aufgebaut. Ganz nebenbei sorgen sie dadurch für mehr Biodiversität. Diese Leistung möchten wir auf unserem Betrieb nicht missen.

Entgegen dem derzeitigen Trend, die Kühe ausschließlich in Komfort-Laufställen zu halten, verlagern wir unser "Tierhaltungssystem" mehr und mehr nach draußen, indem wir die Weidesaison weiter ausdehnen. Die Zucht einer an den Standort angepassten Herde bringt uns diesem Ziel näher, denn sie kommt mit dem vorhandenen Nahrungsangebot und Klimabedingungen optimal zurecht.

Wie wirkt sich dieses angestrebte "Selbstversorger-Konzept" auf die Gesundheit und Leistung unserer Herde aus? Auf was für Kriterien sollten wir bei der Zuchtauswahl unserer klimafreundlichen Zweinutzungsrassen achten? Diese und weitere Fragen sollen bei diesem Projekt beantwortet werden.

 

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Biodiversität

Wenn Monokulturen sinnvoll wären, hätte die Natur diese längst flächendeckend angelegt. Hat sie aber nicht! Und warum?

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Weil biologische Vielfalt für das Individuum überlebenswichtig ist. Sie erleichtert die Anpassungsfähigkeit und schützt vor sich ständig ändernden, mitunter extremen Umweltbedingungen. Je größer beispielsweise die Vielfalt in einer Wiese ist, desto höher ist ihre Produktivität, denn die vorhandenen Ressourcen werden effektiver genutzt. Für uns Landwirte ist es deshalb (auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht!) wichtig, die Artenvielfalt im Boden, Pflanzenbestand und im Tierreich zu fördern.

Aber wie lassen sich diese Tatsachen mit den heutigen Anforderungen einer landwirtschaftlichen Nutzung vereinbaren? Wie können wir Lebensräume gestalten und erhalten, um einerseits dem Bedarf der Nutztiere/-pflanzen und andererseits dem der Wildtiere/-pflanzen gerecht zu werden? Zudem sollte ein ausreichender Gewinn pro Hektar erwirtschaftet werden, der gut zum Leben reicht und Weiterentwicklungen auf dem Betrieb ermöglicht. Wir sind überzeugt, dass das geht und möchten mit diesem Projekt den Nachweis liefern.

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Projektpartner / Projektförderer

If you have an apple and I have an apple and we exchange these apples then you and I will still each have one apple.
But if you have an idea and I have an idea and we exchange these ideas, then each of us will have two ideas.
”  

George Bernard Shaw

 

Einige Maßnahmen aus den oben beschriebenen vier Bereichen haben wir schon getestet und waren positiv überrascht, wie schnell sich die Natur auf alle Veränderungen einstellt, die ihr "in den Kram" passen. Unsere Erfahrungen bisher haben gezeigt, dass es tatsächlich sehr viel einfacher und auch wesentlich günstiger ist, mit der Natur zu wirtschaften anstatt dagegen. Die Schöpfung hat unzählige, hochspezialisierte, geniale Wesen hervorgebracht, die seit Urzeiten höchst Effizient ihrem Auftrag nachgehen - wenn wir sie nicht gerade daran hindern!

Wie können wir also an diese leistungsstarken Ressourcen und Potentiale anknüpfen? Gibt es "bewährte Indikationen" in punkto Regenerationsmaßnahmen und Pflege?  Ist unser ganzheitliches Bewirtschaftungskonzept bei den weiter zunehmenden Klimaextremen eine brauchbare Lösung? Können wir die CO2-Aufnahme, bzw. Kohlenstoff-Speicherung mit diesem Konzept dauerhaft verbessern? Wie lässt sich sowohl der Ertrag als auch die Artenvielfalt steigern? Wie wirken sich die Veränderung auf das Tierwohl unseres Bestandes aus?

Dieses praxisorientierte Pilot-Projekt kann Wegbereiter werden, für ein zukunftsfähiges Modell einer klimafreundlichen, naturverträglichen Landwirtschaft in Grünlandgebieten. Aufgrund der Komplexität des Gesamtkonzeptes und der innovativen, in unserer Region noch nicht erprobten regenerativen Ansätze, benötigen wir das Knowhow von Experten. Wir suchen daher Projektpartner, die uns über einen mehrjährigen Zeitraum begleiten, die Veränderungen dokumentieren und uns durch ihre Expertise bei der Umsetzung unterstützen.

Wir freuen uns zudem über viele Projektförderer, die uns mittels einer Kuhpatenschaft oder anderweitig tatkräftig (z.B. bei Pflanzungen von Bäumen und Hecken, "networking", u.a.) begleiten möchten, denn:

Einer ist keiner - die Vielfalt macht's!